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Badekultur |
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Eine kurze Geschichte der Badekultur |
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Frühe Kulturvölker hatten es leicht, sie stiegen zum Baden ganz
einfach in Flüsse, Seen oder ins Meer. |
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Die Griechen hatten es dann schon besser: Zur Zeit Homers kannten sie bereits die Badewanne. Immerhin wurde |
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auf der Burg von Tiryns ein Baderaum mit Resten einer tönernen Badewanne aus dem Jahre 1400 v. Chr. gefun- |
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den. Da hat sich zwischenzeitlich viel getan. Badeserien
sind Design-Objekte geworden. Die Formensprache, so |
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verkünden die Werbebroschüren, sei auf das Wesentliche
reduziert. Das Bad wurde zum Gesamtkunstwerk, |
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zum Ausdruck gelebter Kultur und individuellen Stils. Das
ist allerdings noch bei weitem nicht immer so. Mode- |
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schöpfer Wolfgang Joop beklagte in einem Interview mit der
Fachzeitschrift "Splash", "in Deutschland werden |
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Bäder immer noch stiefmütterlich behandelt. Dem
Wohnzimmer wird sehr viel Platz eingeräumt - und am Bad |
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wird dann eingespart. Doch geht der Trend zum Erlebnis-Bad in den eigenen
vier Wänden-wenn der Platz reicht. |
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Für die alten Griechen und die Römer war das Bad gleichzeitig auch ein Kommunikationszentrum, ein "Kaffee- |
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haus im Bade". Dass Kaiserin Kleopatra in Eselsmilch badete,
wissen wir spätestens seit Asterix. Wie wichtig |
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das Bad für Aphrodite war, die auf Zypern als "Schaumgeborene"
aus dem Meer stieg, zeigen heute die Bäder |
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der Aphrodite an der Nordwest-Spitze der Insel. Sie tat es wohl, um Adonis zu gefallen. Mythen und Legenden? |
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Doch gerade an den Kultstätten verbanden die
alten Griechen das Bad auch gleich mit
religiösen Riten. |
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Die christliche Kirche war später vom Bad als gesellschaftliches Ereignis
nicht mehr so angetan, witterte sie doch |
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einen Sündenpfuhl in den gemischten Badehäusern, wo sich Männlein und
Weiblein gemeinsam in den Zubern |
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tummelten. Ja, und dann kam das vorläufige Aus für das Bad. Die
aufgeklärten Franzosen "badeten" zwar |
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förmlich in Parfüm und sonstigen Duftwässerchen, mieden das Wasser
aber wie die Pest. Erst um die |
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Jahrhundertwende entstanden die großen Bäder mit den großen Namen, z.B.
das Gellért - Bad in Budapest, |
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1918 im reinen Jugendstil gebaut. Andere Häuser wie das Müller´sche
Volksbad in München hatten neben dem |
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großen Becken auch noch eine Reihe von Dusch- und Wannenbädern anzubieten.
Denn neue Hygiene - |
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Vorstellungen brachten wieder die Sauberkeit nach Europa, doch das
Badevergnügen, die Entspannung im Bad, |
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war noch in weiter Ferne: "Nasszellen" hießen die Bäder der neugebauten
Wohnungen noch in den 50er Jahren. |
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Doch der Schritt zur neuen Badelust war nicht mehr weit. |
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Zwar kam irgendwann noch die "Duscheritis" auf, schnell, schnell sauber
werden, nach dem Motto "von Strahl zu |
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Strahl". Auch das ist jetzt dem Vergnügen gewichen: Duschen habe einen
weichen- oder einen Massagestrahl, |
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oft nicht nur eine, sondern gleich mehrere Düsen.
Entspannung ist angesagt im Badezimmer sowie Wärme und |
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Gemütlichkeit. Die Designer tun ein Übriges, denken mit,
schaffen es, Ideen umzusetzen, die dem Bad-Benutzer |
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einfach nur angenehm sind, die Spaß machen. Mit Spaß und
Freude "Saubermann" spielen, ist auch für Kinder |
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wichtig. Dann müssen sie nicht Micky-Maus lesend am
Wannenrand sitzen, das Wasser laufen lassen und die |
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Zahnbürste am Beckenrand schrubben, damit Muttern draußen
zufrieden ist. Dann kann das Bad ein Platz für die |
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ganze Familie sein. |
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Badewannen - ein Leben für die Sauberkeit
Die Badewanne war immer schon ein Ort der Erholung und
Entspannung, auch wenn dort mitunter ganz anderen Vergnügungen nachgegangen
wird. Was sich im Laufe der Jahrhunderte jedoch geändert hat ist das
Material aus dem Badewannen hergestellt werden. Gaben früher Blech, Kupfer,
Gusseisen oder Holz den Ton an, so findet man heute hauptsächlich noch
Wannen aus Stahlemail und Sanitäracryl. Zudem gibt es noch einige Verbund-werkstoffe, welche die positiven Eigenschaften von Email und Acryl in
sich vereinigen.
Badewannen aus Holz
In den Badestuben des Mittelalters badete man in Holzbottichen, die von
einem Böttcher aus Holz gebaut wur- den. Solche Bottiche überdauerten
Generationen und vielleicht hätte Napoleon 20 Jahre länger auf St. Helena
gelebt, wenn er nicht in einer Wanne mit Bleiauskleidung gebadet hätte.
Möglicherweise ist der Kaiser der Franzosen nicht ermordet worden wie lange
Zeit vermutet, sondern ist an einer Bleivergiftung gestorben. In den
vergangenen Jahren tauchten auch wieder vereinzelt Holzbadewannen in den
Badezimmern auf. In besonderer Weise tut sich da die Firma Blumenberg
hervor, die neben Bottichen und Tauchbecken für den Saunabereich auch
Badewannen aus Lärchen- und Kambalaholz fertigt. Beide Holzsorten haben ein
badefreundliches Quell- und Schwindverhalten und eignen sich daher
hervorragend zur Herstellung von Holzbadewannen.
Badewannen aus Kupfer oder Blech
Nach der französischen Revolution fingen sich die Leute Anfang des 19.
Jahrhundert langsam wieder an zu waschen. Zuvor war eine solche Art der
Reinigung geradewegs verpönt. Die Adligen gingen dabei mit gutem Beispiel
voran. Mit der neuen Hygiene änderte sich auch das Badegerät. Der gewichtige
Holzbottich des Mittelalters wurde durch die leichtere Blechbadewanne aus
der Blechnerwerkstatt verdrängt. Wer es sich leisten konnte, badete
allerdings in einer Kupferwanne, die vom Kupferschmied in kunstvoller Art
und Weise geschmiedet wurde. Eine solche Kupferwanne kann man sich heute
ebenfalls wieder ins Badezimmer stellen (siehe Foto). Je nach dem, ob diese
Wanne von Medici innen mit Polyester oder verzinntem Kupfer ausgekleidet
ist, kostet sie allerdings zwischen 25.000 und 37.000 Euro. |
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Badewanne aus Gusseisen
Ende des 19. Jahrhunderts wurde erstmalig Gusseisen verwendet. Mit der
Verwendung von Gusseisen war das erste Mal auch Massenproduktion angesagt.
Bislang musste jede Wanne in mühevoller Handarbeit gefertigt werden. Damals
entstanden auch zusätzliche kuriose Formen wie die Schaukelwanne. Bis in die
50er Jahre des vorigen Jahrhunderts waren Gusseisen-Badewannen dann in den
meisten Badezimmern angesagt. Auch Gusseisenbadewannen waren bereits mit
einer Emailschicht versehen, die für einen guten Korrosionsschutz sorgte. In
manchen älteren Mietwohnungen findet man auch heute noch Exemplare dieser
Gattung Badewanne. Dort ist die Emailschicht häufig schon ziemlich
abgebröckelt und sorgt für keinen angenehmen Badespaß. Wer nostalgisch
veranlagt ist, braucht auf eine gusseiserne Wanne allerdings nicht
verzichten. Der englische Hersteller Heritage vertreibt beispielsweise diese
traditionellen Wannen auch in Deutschland (siehe Foto).
Badewannen aus Stahlemail
Seit den 60er-Jahren des vorigen Jahrhunderts gibt es Stahlemail-Badewannen.
In Deutschland werden sie nur noch von wenigen Anbietern wie Bette, Kaldewei
(siehe Abbildung) oder Thale angeboten. Nichtsdestotrotz wollen viele noch
nicht auf die liebgewonnene Wanne ihrer Jugend verzichten, obwohl sie etwas
teurer als eine Acryl-Wanne ist. Das liegt vielleicht auch daran, dass sie
fast unverwüstlich ist und Kratzer keine Chance haben. Kaldewei gibt
beispielsweise auf seine Badewannen eine Garantie von 30 Jahren.
Zudem finden Bakterien kaum eine Möglichkeit, sich auf der glatten,
glasharten Oberfläche anzusiedeln. Auch wenn Email beinahe unverwüstlich
ist, kann dennoch durch Schlageinwirkung ein Stück abbrechen. Beschädigungen
lassen sich mit Email aus der Tube jedoch ausbessern. Email fühlt sich bei
angefüllter Wanne kalt an, gleicht sich aber mit der Zeit der
Wassertemperatur an. Allerdings ist die Formbarkeit im Vergleich zu Acryl
eingeschränkt und das Gewicht höher. Das kann bei der Sanierung von
Altbauten aus statischen Gründen von Interesse sein.
Was ist eigentlich Email?
Email ist eine durch völliges oder teilweises Schmelzen entstandene
glasartige Masse. Die Herstellung erfolgt aus natürlichen Rohstoffen wie
Quarz, Feldspat, Borax, Soda, Pottasche und Metalloxiden. Emaillierungen
kombinieren die positiven Eigenschaften von Glas und Metall. Beim
Emaillieren bei Temperaturen bis 900°C entsteht ein neuer Verbundwerkstoff
durch Verschmelzen von Email und Metall. Emaillierte Oberflächen sind
dauerhaft korrosionsgeschützt. Email ist keineswegs die Erfindung aus
jüngeren Tagen. Die erste Blüte erlebte die Emailkunst im 5. bis 10.
Jahrhundert nach Christus in Byzanz, wobei schon lange vor unserer
Zeitrechnung im ostasiatischen Raum Email bekannt zu sein schien. Das Wort
Email ist erst im 17. Jahrhundert in den deutschen Sprachsatz eingegangen.
Bis dahin und daneben benutzte man Begriff "Schmelz". Erst 1934 wurde das
Haftproblem von Email auf Metallen gelöst. Seitdem wird ständig an der
Weiterentwicklung von Spezialemails gearbeitet, um die Qualität noch weiter
zu erhöhen.
Badewannen aus Sanitäracryl
Acryl wird seit Beginn der 70er Jahre bei der Herstellung von Badewannen
verwendet. Mit führend auf dem Gebiet von Acryl-Badewannen war seit Anbeginn
die Firma Hoesch. Endlich konnten die Designer ihrer Fantasie freien Lauf
lassen und Wannen in allen erdenklichen Formen erschaffen. Trotz der
Formenvielfalt sind Wannen aus Acryl im Vergleich günstiger als
Stahlemail-Wannen. Zudem wiegen sie weniger, was bei Altbausanierungen, wie
bereits erwähnt, durchaus Vorteile mit sich bringen kann. Die Wannen sind
komplett durchgefärbt, so dass kleinere Kratzer optisch weniger ins Gewicht
fallen. Die Farbe bleibt auch nach Jahren gleich. Die warme Oberfläche von
Sanitäracryl sorgt von Beginn an für das richtige Wohlgefühl beim Baden.
Allzu scharfe Reinigungsmittel mag der Kunststoff allerdings nicht. Auch
manche Badezusätze können für Verfärbungen sorgen. Bei diesen müssen gleich
nach dem Bad mit klarem Wasser die Reste wegspült werden. Haben Brandflecke
oder Kratzer der Wanne zugesetzt, lassen sie sich mit feinem Sandpapier
entfernen. Einfach die porenfrei glatte Oberfläche schleifen und mit
Autopolitur oder mit von der Industrie angebotenen Spezialreinigern den
alten Glanz wieder herstellen.
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